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Thanatos und Eros

Von Hannah Löw
Lektoriert von Cynthia Jucker und Mandana Fröhlich
Illustriert von Rebecca Beffa

Wie eine samtig seichte Nebeldecke

umschliesst er Schicht für Schicht,

wachsend wie die Dornenhecke,

die einst so klare Sicht.

Wie stachlig stolze Rosenranken

weist er Dorn für Dorn

den Störenfried in seine Schranken,

umschlingt ihn drohend eng vor Zorn.

Wie eine salzig schroffe Müdigkeit

legt er sich schwer auf leichte Lider;

worunter sonst das Lebensfeuer speit,

brennt nun ein lauer Funke nieder.

Wie ein sehnlich süsser Sog,

wie der Sirenen ihr Gesang,

welch’ einst den lüstern’ Seemann in die Tiefe zog,

verstummen liess im trügerischen Klang.

Leises Rauschen erfüllt die Totenstille;

plätschernd steigt die fröhlich’ Melodie

empor mit einem starken Wille’,

als Pulsschlag voller Lebensenergie.

Der schwarze Nebel weicht nun jener Luft,

die unermüdlich voller Farbe funkelt,

deren Pinsel taucht im Lebensduft,

deren Nacht niemals komplett verdunkelt.

Thanatos’ Pupille frohlockt so manchem Leiden,

doch wer in dieses Meer der Iris springt,

verpasst des Lebens Augenweiden,

von denen Eros lieblich singt.

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