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Hochsensitivität

Ein Spiel mit dem Feuer

Eine Person, die hochsensitiv ist, verarbeitet Stimuli tiefer. In einer vorteilhaften Umgebung kann das positiv sein. Jedoch kann es in neuen Situationen zu einer Überstimulation kommen, was sich anfühlt, als ob alle Neuronen im Gehirn gleichzeitig feuern. Die Suche nach Balance bestimmt das Leben.

Von Marcia Arbenz
Lektoriert von Julia Küher und Yésica Martinez
Illustriert von Rebecca Beffa

Es ist schwer zu beschreiben, wie es ist, hochsensitiv zu sein. Man kennt es ja nicht anders. Klar fällt auf, dass man mehr das Bedürfnis nach einem Rückzugsort hat, emotionaler reagiert bei Filmen oder grelle Einkaufszentren lieber meidet. Aber was ist Teil der Hochsensitivität und was ist Teil der restlichen Persönlichkeit? Was bedeutet es, hochsensitiv zu sein?

Die vier apokalyptischen Reiter?

Hochsensitivität, auch Sensory Processing Sensitivity oder SPS genannt, ist eine genetisch determinierte Eigenschaft, welche Individuen dazu veranlasst, Stimuli kognitiv höher zu verarbeiten und dadurch eine stärkere emotionale Reaktivität aufzuweisen (Aron, Aron, & Jagiellowicz, 2012). Hochsensitivität lässt sich in vier Hauptbestandteile gliedern, wobei diese eine grobe Vereinfachung der Verhaltensindikatoren darstellen und oft als nicht komplett angesehen werden: Inhibiertes Verhalten (engl. inhibition of behavior), Sensitivität bezüglich Stimuli (engl. sensitivity to stimuli), Höhe der Verarbeitung (engl. depth of processing) und physiologische Reaktivität (engl. physiological reactivity) (Aron et al., 2012). Die hochsensitive Person agiert zurückhaltend beziehungsweise inhibiert ihr Verhalten, um potentiell nützliche Hinweisreize zu beachten (Baumeister, Vohs, DeWall, & Zhang, 2007). Folglich ist das inhibierte Verhalten nur dann ersichtlich, wenn sich die hochsensitive Person in einer neuen oder ungewöhnlich konflikthaften Situation befindet (Aron et al., 2012). Die Sensitivität bezüglich Stimuli bezieht sich auf die verstärkte Wahrnehmung von sensorischen Stimulationen (Baumeister et al., 2007). Daher werden mehr Feinheiten wahrgenommen. Jedoch kann es dadurch auch zu einer Überstimulation kommen (Baumeister et al., 2007). Die Höhe der Verarbeitung von sensorischen Informationen ist bei Personen mit SPS ausgeprägter. Zudem scheinen Hochsensitive die aufgenommenen Informationen verstärkt mit der Vergangenheit und möglichen Konsequenzen in der Zukunft in Verbindung zu stellen (Baumeister et al., 2007). Die physiologische Reaktivität zeigt sich durch stärkere emotionale Reaktionen, verlängerte Verarbeitung von assoziativen Prozessen und durch die Stimulation von rückwirkender Bewertung von Verhalten. Ausserdem werden wichtige Erfahrungen besser gelernt und erinnert, wodurch automatisch die Vorgaben für zukünftiges Verhalten verstärkt verändert werden (Baumeister et al., 2007). Zum Beispiel kommt es danach zu einer schnelleren unbewussten affektiven Reaktion.

Sensitivität in einer Skala

Es herrscht Uneinigkeit darüber, wie viele Personen hochsensitiv sind und wie sich das Merkmal über die Gesamtpopulation verteilt. Der Prozentsatz der Hochsensitiven beträgt je nach Stichprobe zwischen 10 und 35 Prozent (Aron et al., 2012). Es gibt mehrere Fragebögen, mit denen man die Hochsensitivität erfassen kann. Der HSP- oder High Sensitivity Person Scale wurde durch eine explorative Studie von Aron und Aron (1997) erstellt und besteht aus 27 Items, wobei es auch eine Kurzversion mit elf Items gibt (Acevedo et al., 2014; Greven et al., 2019). Beide Versionen wurden in mehreren Studien validiert (Greven et al., 2019). Die vier Hauptbestandteile der Hochsensitivität (inhibiertes Verhalten, Sensitivität bezüglich Stimuli, Tiefe der Verarbeitung und physiologische Reaktivität) werden jedoch nicht in den Fragebögen erfasst (Aron et al., 2012), dafür wird eine Struktur aus drei verschiedenen Subskalen diskutiert (Pluess et al., 2018; Smolewska, McCabe, & Woody, 2006). Die HSC- oder High Sensitivity Child Scale für Kinder ab acht Jahren wurde ebenfalls erfolgreich validiert (Pluess et al., 2018). Neben diesen selbstbewertenden Fragebögen gibt es auch zwei auf Einschätzung durch eine aussenstehende Person basierende Fragebögen für kleinere Kinder und für Hunde (Greven et al., 2019).

Die HSP-Scale weist jedoch einige Mängel auf. Beispielsweise ist der Fragebogen sehr negativ formuliert, wodurch hochsensitive Personen ohne psychische Probleme nicht richtig erfasst werden können (Greven et al., 2019). Dadurch können Menschen mit SPS nicht als solche erkannt werden. Ausserdem werden typische Merkmale wie die Inhibition von Verhalten in neuen Situationen nicht untersucht. Im Allgemeinen scheint eine innere Struktur des Fragebogens von den Autoren nicht ausgeschlossen zu werden, jedoch wurde sie auch nicht explizit angenommen oder untersucht (Aron et al., 2012). Das kann etwas irritierend oder gar problematisch sein, da die Autoren des Fragebogens von vier Hauptkomponenten ausgehen (Aron et al., 2012) und gewisse Befunde wie negative Auswirkungen auf das Leben nur mit einer der gefundenen Subskalen des Fragebogens erfasst wurden (Sobocko & Zelenski, 2015). Drittens scheinen Kultur, Geschlecht und eine verzerrte Selbstdarstellung die Antworten zu beeinflussen (Aron et al., 2012; Greven et al., 2019; Smolewska et al., 2006), ohne dass diese Einflussfaktoren Teil der Theorie wären.

Überblick zur aktuellen Forschung

Generell gibt es mehr Forschung zu den negativen Seiten der Hochsensitivität als über die positiven (Greven et al., 2019). Hochsensitive nehmen öfters die kleinen Veränderungen in der Umwelt wahr, was zeitaufwändig ist und Energie kostet (Aron et al., 2012). Dabei ist bedeutsam, wie die Umwelt an sich ist. Hochsensitive reagieren nicht nur auf negative, sondern auch auf positive Stimuli stärker. Beispielsweise reagierten hochsensitive Studierende auf Feedback stärker im Vergleich zu nicht hochsensitiven Studierenden, egal ob dieses positiv oder negativ war (Aron, Aron, & Davies, 2005). Auch hochsensitive Kinder reagieren stärker auf gute oder schlechte Ereignisse in der Kindheit im Vergleich zu nicht hochsensitiven Kindern (Aron et al., 2012). Hochsensitive Personen können einen besseren Zugang zu ihrer Intuition haben und die Fähigkeit besitzen, Informationen einfacher zu lernen (Aron, 2003). Ausserdem sind sie oft sehr gewissenhaft, besser darin Fehler zu erkennen und diese zu vermeiden (Ahadi & Basharpoor, 2010; Aron, 2003). Die Belohnungszentren im Gehirn von Hochsensitiven zeigen nach positiven Stimuli eine höhere Aktivität als bei nicht hochsensitiven Personen (Acevedo et al., 2014). Menschen mit SPS zeigen eine erhöhte soziale Kompetenz in Interaktion mit einer positiven Erziehung (engl. positive parenting styles) (Slagt, Dubas, van Aken, Ellis, & Dekovic, 2017 nach Greven et al., 2019). Von Interventionen in Bezug auf Mobbing oder Depression scheinen Hochsensitive stärker zu profitieren als Personen, die nicht hochsensitiv sind (Nocentini, Menesini, & Pluess, 2018; Pluess & Boniwell, 2015). Zudem haben Menschen mit Hochsensitivität im Allgemeinen eine grössere Ehrfurcht als nicht hochsensitive Individuen, was zu mehr Vergnügen und Bedeutung im Leben führen kann (Aron, Aron, Tillmann, & Grevenetal, 2018 nach Greven et al., 2019; Shiota, Keltner, & Mossman, 2007). Der Zusammenhang zwischen Hochsensitivität und Kreativität wurde theoretisch hergeleitet und in einer Studie bestätigt (Bridges & Schendan, 2018a, 2018b). Jedoch schien in der Studie das Merkmal Offenheit mehr Varianz bezüglich Kreativität zu erklären als SPS (Bridges & Schendan, 2018b).

Bei hochsensitiven Personen wurden stärkere, positive Korrelationen zu psychischen Belastungen wie Angst (Bakker & Moulding, 2012; Jonsson, Grim, & Kjellgren, 2014; Meredith, Bailey, Strong, & Rappel, 2016; Neal, Edelmann, & Glachan, 2002), Symptome von Autismus (Liss, Mailloux, & Erchull, 2008), Depressivität (Bakker & Moulding, 2012; Yano & Oishi, 2018) und Winterdepression (Hjordt & Stenbæk, 2019) als bei nicht hochsensitiven Personen gefunden. Hochsensitivität ist klar trennbar von einer sozialen Phobie, jedoch sind sie hoch korreliert, insbesondere in Hinblick auf die Vermeidung von Schaden und von öffentlichen Plätzen angeht (Hofmann & Bitran, 2007).

Zudem berichten hochsensitive Personen im Vergleich zu nicht Hochsensitiven ein geringeres Maß an subjektivem Glück (Sobocko & Zelenski, 2015). Insgesamt scheinen hochsensitive Personen auch unter einem erhöhten Stresslevel zu leiden (Bakker & Moulding, 2012). Ein positiver Zusammenhang zwischen Hochsensitivität und Albträumen wird vermutet, jedoch gab es noch keine empirische Überprüfung dieser Hypothese (Carr & Nielsen, 2017). Sensory Processing Sensitivity ist positiv korreliert mit wahrgenommenem Stress und Berichten über körperliche Symptome (Benham, 2006). Zudem kommen bei hochsensitiven Menschen subjektive psychische Gesundheitsbeschwerden häufiger vor (Grimen & Diseth, 2016). Hochsensitive Kinder machen sich mehr Sorgen, ruminieren häufiger, leiden eher an unerklärlichen körperlichen Symptomen, weinen mehr und scheinen allgemein mehr Probleme mit täglichen Funktionen zu haben (Boterberg & Warreyn, 2016). Dafür lügen und täuschen sie weniger. Menschen mit Sensory Processing Sensitivity erhalten oft zu wenig positives Feedback an ihrem Arbeitsplatz (Cooper, 2014). Sie zeigen ein starkes Missfallen an Konflikten am Arbeitsplatz und sind anfälliger auf die Arbeitsplatzgestaltung wie beispielsweise Licht und Umgebung. Viele Hochsensitive haben ein starkes Bedürfnis nach Autonomie und nach einer Bedeutsamkeit in ihrer Arbeit (Cooper, 2014).

Kritik an der Hochsensitivitätsforschung

Die Forschungsergebnisse und ihre Schlussfolgerungen sollten durch weitere Untersuchungen überprüft werden, da sie zum Teil einige Mängel aufweisen. So haben einige Studien zu wenige Versuchspersonen oder beschränken sich auf selegierte Stichproben wie Studierende, Frauen oder Personen mit hohem Bildungsstand. Dies lässt die Generalisierbarkeit der Befunde anzweifeln, da die verwendeten Stichproben die Grundgesamtheit nicht optimal repräsentieren (Hussy, Schreier, & Echterhoff, 2013). Hinzu kommt, dass fast alle Studien den Fragebogen HSP-Scale zur Messung der Hochsensitivität von Aron und Aron (1997) verwenden, auch wenn dieser, wie oben erwähnt, Schwächen aufweist. Ein weiterer Punkt ist die unterschiedliche Handhabung mit den Werten der HSP-Scale. Während einige Studien alle befragten Versuchspersonen in die statistische Analyse aufnahmen, schliessen andere Untersuchungen alle bis auf die extremen Gruppen, also die mit sehr tiefem oder sehr hohem SPS-Wert, aus. Da man sich uneins ist, wie sich das Merkmal über die Bevölkerung verteilt, bimodal oder normalverteilt, scheint diese Handhabung noch problematischer. Durch die eingeschränkte Varianz einer Stichprobe können die Ergebnisse verzerrt werden. So können Effekte überschätzt, aber auch unterschätzt werden. Ob die Einschränkung der Stichprobe sinnvoll ist, ist abhängig von den untersuchten Hypothesen. Bei den betrachteten Studien mit extremen Gruppen ist die eingeschränkte Varianz in Ordnung, jedoch sollten die Ergebnisse in jedem Fall mit Vorsicht gehandhabt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das ungleiche Verhältnis zwischen positiven und negativen untersuchten Aspekten der Hochsensitivität, welches bei Greve und Kollegen (2019) explizit erwähnt wird. Grund für das Missverhältnis der Untersuchungen kann der allgemeine Forschungsbias, welcher oben erwähnt wird, sein. Auch wenn dieses Ungleichgewicht von der positiven Psychologie angefochten wird, ist es weiterhin vorhanden (Ruch & Proyer, 2011; Seligman & Csikszentmihalyi, 2000). Ein weiterer Grund für das Missverhältnis könnte die Entstehung des Merkmals sein. Aron und Aron (1997) entwickelten die Hochsensitivität auf der Basis von Interviews. Im Allgemeinen sind die negativen Auswirkungen der Hochsensitivität vermutlich auffälliger und dadurch in einem Interview einfacher zu erfragen. Stärken, welche sich durch das Merkmal ergeben, könnten hingegen als persönliche und individuelle Charakterzüge gedeutet werden. Beispielsweise könnten Hochsensitive ihre erhöhte Kreativität nicht auf das Merkmal, sondern auf ihre eigenen Fähigkeiten durch ihre Entwicklung beziehen. In der Einleitung wurden die Folgen einer einseitigen Betrachtung des Merkmals bereits erläutert. Zum Beispiel kann es ein Menschenbild ohne positive Eigenschaften vermitteln (Seligman & Csikszentmihalyi, 2000) oder zu einer Pathologisierung des Konstrukts führen. Daher sollte es in der Zukunft mehr Studien zu den positiven Aspekten der Hochsensitivität geben.

Allgemein ist der Mangel an Studien bedenklich. Es gibt nur hinsichtlich gewisser Befunde wie dem Zusammenhang zwischen SPS und Depression mehrere Studien (Bakker & Moulding, 2012; Yano & Oishi, 2018). Replikationen oder Meta-Analysen sind wichtig, um die Befunde zu stützen und eine Wirkrichtung oder Kausalität zu erforschen (Hussy et al., 2013). Letzteres sollte durch Experimente – also der Manipulation der unabhängigen Variable, um die Auswirkungen auf die abhängige Variable zu erfassen – erforscht werden (Hussy et al., 2013). In vielen Untersuchungen scheint eine Wirkrichtung, nämlich dass Hochsensitivität andere Merkmale beeinflusst, impliziert zu werden, auch wenn beim grössten Teil der Untersuchungen mit korrelativen Querschnittstudien gearbeitet wird. Da es sich bei SPS um ein erbliches Persönlichkeitsmerkmal handelt (Aron et al., 2012), welches bereits bei Kindern feststellbar ist (Greven et al., 2019; Pluess et al., 2018; Rothbart & Bates, 2006; Thomas & Chess, 1977), ist diese Annahme nicht verwunderlich. Dennoch könnten beispielsweise umgekehrt psychische Störungen wie Depression die Hochsensitivität durch den Mangel an Antrieb und Energie verstärken. Ausserdem ist unklar, ob sich das Merkmal im Verlauf der Lebensspanne verändert. Durch den relativen Mangel an Replikationen und Übersichtarbeiten wie Meta-Analysen müssen sämtliche erwähnten Zusammenhänge zwischen der Hochsensitivität und anderen Konstrukten vorsichtig interpretiert werden. Dennoch ist es interessant, wie viele unterschiedliche Facetten der Hochsensitivität bereits untersucht wurden, vor allem in Hinblick darauf, dass das Konstrukt erst vor etwas über 20 Jahren begründet wurde.

Und dazwischen die Balance finden

Hinter all den Korrelationen und Moderationen stecken Menschen, die mit ihrer Hochsensitivität Tag für Tag leben. Die Hochsensitivität existiert nicht losgelöst von der Person, sie ist Teil von ihr. Mit der Zeit lernt man seine eigenen Grenzen zu akzeptieren und vor allem einzuhalten. Eine Nacht um die Häuser ziehen mit Freunden bedeutet einen ruhigen nächsten Tag, um sich von der erhöhten Stimulation zu erholen. Ein Konzertbesuch geht nicht ohne die Notausgänge im Auge zu behalten und sich mitten in den Lieblingsliedern eine Auszeit zu gönnen, falls eine Überstimulation droht. Einen sentimentalen Film anzuschauen geht ohne Taschentücher kaum. Dafür ist die Zeit mit Freunden ein Höhenflug, ein Konzert berauschend und der Film ein Ausflug in eine andere Realität. Zwischen den Extremen muss man als hochsensitive Person seine Balance finden, genauso wie jede andere Person – auch wenn es sich so anfühlt, als würde man permanent mit dem Feuer spielen.

Der Ursprung der Forschung über Hochsensitivität lässt sich in der Tierforschung finden. Eine Studie von Wilson, Coleman, Clark und Biederman (1993) zeigte, dass Barsche sich in Persönlichkeitsmerkmalen unterscheiden. Einige der untersuchten Fische waren viel scheuer als andere und brauchten länger, um sich der neuen Umgebung anzupassen. Sobald sich die scheuen Fische jedoch angewöhnt hatten, zeigten sie sich genauso mutig wie die anderen Exemplare (Wilson et al., 1993).

Beispiele der Items aus der HSP-Scale auf Deutsch (Tillmann, El Matany, & Duttweiler, 2018, S. 23):
Ich bin einfühlsam.
Ich erlebe meine Gefühle oft sehr intensiv und habe ein reiches Innenleben.
Ich nehme Feinheiten um mich herum wahr.
Kunst, Musik und Film können mich tief bewegen.
Ich denke oft über sehr tiefgründige Dinge nach […]
An stressigen Tagen möchte ich mich zurückziehen können.
Aufregende Situationen, die mich überfordern, versuche ich zu meiden.

«Central to the conceptualisation of SPS as reflecting sensitivity to environmental factors, is that SPS is not only relevant to understanding maladaptation, but also optimal development or even flourishing in positive environments.» Greven et al., 2019, S. 299

«A contrasting Swedish neologism, orkidebarn (orchid child), might better describe the context-sensitive individual, whose survival and flourishing is intimately tied, like that of the orchid, to the nurturant or neglectful character of the ambient environment. In conditions […] of support and nurture, it is a flower of unusual delicacy and beauty.» Boyce & Ellis, 2005, S. 284


Zum Weiterlesen

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Greven, C. U., Lionetti, F., Booth, C., Aron, E. N., Fox, E., Schendan, H. E., . . . Homberg, J. (2019). Sensory processing sensitivity in the context of environmental sensitivity: A critical review and development of research agenda. Neuroscience and Biobehavioral Reviews, Advance online publication. doi: 10.1016/j.neubiorev.2019.01.009

Literatur

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