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Schafe in der Klinik

Hunde, Katzen, Hühner, Schafe und weitere Tiere werden in psychiatrischen Kliniken eingesetzt.  

Tiergestützte Interventionen kommen in Kliniken gut an. Doch der Einfluss von Tieren auf die menschliche Gesundheit ist schwierig zu untersuchen: Die wissenschaftliche Bestätigung der Wirksamkeit tiergestützter Therapien kämpft mit methodischen Schwierigkeiten.  

Von Jan Nussbaumer 
Lektoriert von Madeleine Lanz und Lisa Frisch


Leichter Nebel hing noch über dem Klinikareal in Basel und hüllte die über das Gelände verstreuten Einzelbauten sanft ein, als ich das erste Mal durch das Areal der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) geführt wurde. Eines der älteren Gebäude, Gebäude B, eine der beiden Villen aus den 1880er Jahren der Privatklinik der UPK, war umzäunt und einige Schafe grasten auf der Wiese davor. So zottelige Schafe hatte ich zuvor noch nie gesehen. Sogar der schwarze Kopf, der sonst weissen Schafe, war bewollt und seitlich standen die verdrehten Hörner ab. Doch über diese Geschöpfe, sogenannte Walliser Schwarznasenschafe, wurde kein Wort verloren – offenbar gehörten sie ganz selbstverständlich zur Klinik. Während meines Praktikums an der UPK stellte sich heraus, dass sie von Zeit zu Zeit um ein anderes Gebäude eingezäunt wurden und ich freute mich über jeden Tag, an dem ich die Schafe, vom Fenster meines Arbeitsplatzes aus, sehen konnte. Doch was machen Schafe in der Klinik? 

Schafe und andere Tiere 

Schafe gehören in Basel zum Angebot der tiergestützten Therapien, bei dem neben Schwarznasenschafen auch Zwergziegen, Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner und Katzen zum Einsatz kommen. Die tiergestützten Therapien werden in Kleingruppen von vier bis fünf Patienten|innen angeboten, erklärt Verena Winkler, Leiterin für Arbeitstherapie und naturnahe Therapien der UPK. Dabei werde mit Schafen, Ziegen, Hühnern, Kaninchen und Meerschweinchen gearbeitet. In der Einzeltherapie setze man hauptsächlich die Kleintiere ein. Anders als die Nutz- und Kleintiere bewegen sich die Katzen frei auf dem Gelände und bestimmen den Kontakt mit den Patienten|innen selber. Das Angebot sei sehr gefragt, ergänzt Winkler. Die Patienten|innen lernen einen achtsamen Umgang mit dem Tier zu pflegen, die Verhaltenssignale zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Der direkte Tierkontakt könne positive Gefühle auslösen und Patienten|innen motivieren weitere Aufgaben rund um das Tier wahrzunehmen und auszuführen. Das Tierwohl stehe für die Patienten|innen und Mitarbeitenden an erster Stelle. Verena Winkler betont, dass auch die tiergestützten Aktivitäten ein therapeutisches Angebot mit klar formulierten Zielen sei. Für jede|n Patienten|in gebe es eine ärztliche Verordnung mit spezifischer Zielsetzung.  

Roberto Tavaretti, Leiter der Dienste der Direktion Pflege, Therapien und Soziale Arbeit an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) und zuständig für das tiergestützte Angebot, erklärt, dass Aktivitäten mit Tieren etwa für Patienten|innen angezeigt sein können, die sich krankheitsbedingt noch nicht auf andere Therapieangebote einlassen können. Gerade für Patienten|innen mit niedrigem Selbstwert könne die Zuneigung, die sie im Tierkontakt erfahren, sehr wichtig sein. Der Zugang zu Tieren funktioniere anders: Tiere hätten keine Erwartungen und nähmen Patienten|innen an wie sie sind. Zudem wirke ihre Anwesenheit aggressionsmildernd. Die Patienten|innen reden miteinander über die Tiere und verändern so das Klima auf den Stationen. Tavaretti erklärt, dass das tiergestützte Angebot an der PUK in zwei Kategorien falle: Besuchstiere und Stationstiere. Zu den Besuchstieren gehören hauptsächlich Hunde, die bei spezifischen Aktivitäten und bei Einzeltherapien eingesetzt werden. So gebe es Therapeuten, die tiergestützte Ergotherapien oder tiergestützte Psychotherapien anbieten, wo das Tier etwa als Mittler oder Katalysator wirke. Die Stationstiere hingegen seien auf den Stationen, wodurch sich auch Möglichkeiten zu freien (ungelenkten) Interaktionen ergeben. Eine der Stationen habe beispielsweise vier Katzen, bei einer anderen gibt es Hühner und zwei weitere haben Hunde. Tavaretti erwähnt, dass der positive Einfluss der Tiere auf den Menschen seit Jahrhunderten aus der täglichen Erfahrung bekannt sei, doch werde erst seit wenigen Jahrzehnten entsprechende Forschung betrieben. 

Tiere zur Intervention, Therapie und Aktivität 

Die Geschichte über den Einsatz von Tieren in der Psychotherapie begann in den 1950er Jahren mit Jingles, dem Hund des Kinderpsychologen Boris Levinson. Jingles vermochte, was Levinson nicht vermochte: Er stellte eine Beziehung zu einem Kind her, das in der Behandlung nicht sprach. Dieses begann nun mit Jingles zu interagieren und sich mit ihm zu unterhalten. Damit veränderte Jingles die künftige Praxis seines Herrchens massgeblich. Denn obwohl jener zuerst zurückhaltend war und den Einbezug von Hunden als zu unorthodox empfand, erkannte er das Talent seines Hundes und setzte ihn von nun an öfters ein (Fine, Tedeschi, & Elvove, 2015; Fine, 2011). So veröffentlichte Levinson den ersten Beitrag über die Vermittlung der Kommunikation zwischen Therapeut|in und Patient|in durch den Einsatz von Hunden (Levinson, 1969). 

Zu Beginn war die Aufnahme seiner Ideen zögerlich, doch nach und nach wurden sie häufiger eingesetzt und die Forschung zu seiner tiergestützten Methode nahm zu. Nimer und Lundahl (2007) veröffentlichten schliesslich eine Metaanalyse über die bestehenden Studien, in der sie die Wirksamkeit der tiergestützten Therapien bestätigen konnten. Sie fanden moderate Effekte in den folgenden untersuchten Bereichen: Bei Kindern mit Diagnosen des Autismus-Spektrums, im Wohlbefinden inklusive Ängstlichkeit und Depression, in medizinischen Variablen und im beobachtbaren Verhalten, welches Aggressivität, Gewalt und das Befolgen von Regeln beinhaltete. Die Autoren verwendeten 19 verschiedene Begriffe für die tiergestützte Therapie, um Artikel für ihre Analyse zu finden. Dies lässt erahnen, wie verstreut und uneinheitlich die Forschung auf diesem Gebiet war.  

In der Literatur stösst man auf eine Reihe von Begriffen für tiergestützte Angebote, wobei sich inzwischen eine einheitliche Verwendung der Begriffe abzuzeichnen beginnt. Die wichtigsten Begriffe dürften animal-assisted intervention (AAI), animal-assisted therapy (AAT) und animal-assisted activity (AAA) sein. Die Begriffe sind selbsterklärend, doch sie werden teilweise unterschiedlich in Beziehung gesetzt. So war für Fine (2011) AAI ein genereller Überbegriff, worunter sowohl AAT als auch AAA fallen. Für McCardle, McCune, Netting, Berger und Maholmes (2011) sind AAT und AAI jedoch sehr ähnlich und grenzen sie von AAA ab. Für diese Autoren stellt human-animal interaction (HAI) der Oberbegriff dar unter den AAT, AAI und AAA fallen. Dies zeigt jedoch, dass die Abgrenzung zwischen AAT und AAA von allen Autoren gemacht wird. Eine neuere Konzeption von Fine und Mackintosh (2016) listet ergänzend auch animal-assisted education (AAE) als Teil der AAI auf (Siehe Darstellung). Folgend werden die Definitionen der International Association of Human-Animal Interaction Organizations (IAHAIO, siehe Kästchen) und die Einteilung von Fine und Mackintosh (2016) verwendet. Es dürfte unbestritten sein, dass es neben zielgerichteten Interventionen wie AAT und AAA, auch gesundheitsförderliche Interaktionen mit Tieren geben kann, die ohne Zielsetzung und spontan geschehen. Diese zählen zu den HAI, welche als umfassender Überbegriff verstanden werden und unter den jegliche Mensch-Tier-Interaktionen fallen, wie auch der Kontakt mit Wild- oder Haustieren (Fine, Tedeschi, & Elvove, 2015).  

Obwohl der moderne Einsatz von Tieren in der Therapie auf Levinson zurückgeht, gab es ab Ende des 18. und über das 19. Jahrhundert hinweg Institutionen, wie das oft erwähnte The York Retreat, die Tiere in der Behandlung von Geisteskranken einsetzten (Serpell, 2015). Doch im 20. Jahrhundert verschwanden die Tiere mit dem Aufkommen der wissenschaftlichen Medizin fast vollständig wieder aus den Kliniken und Spitälern (Allderidge, 1991). 

Weil wir seit langem mit Tieren leben 

Die lange Geschichte der Domestizierung von Tieren lässt erahnen, wie nahe Menschen mit ihren Tieren über Jahrhunderte zusammengelebt haben. Die Domestizierung begann etwa 15000 v. Chr., wobei man davon ausgeht, dass der Wolf das erste domestizierte Tier war und vor etwa 12000 Jahren die Grundlage zur Entstehung des Hundes bildete (Alves, Ribeiro, Arandas, & Alves, 2018). Schafe und Ziegen werden seit 7’000 bis 9’000 Jahren im mittleren Osten domestiziert und Anzeichen für das Zusammenleben von Mensch und Katze reichen etwa 9’500 Jahre zurück (Vigne, Guilaine, Debue, Haye, & Gérard, 2004). Doch dieser Prozess wurde nicht ausschliesslich vom Menschen gesteuert. So zogen die Nahrungsabfälle der Menschen kleinere Tiere an, welche daraufhin die Nähe zu den menschlichen Siedlungen suchten. Bei diesen Tieren kann man also nicht von einer direkten Selektion durch den Menschen sprechen, vielmehr ist es ein koevolutionärer Prozess (Alves, Ribeiro, Arandas, & Alves, 2018). Paradebeispiele dafür sind Hunde und Katzen (Zeder, 2012). Diese gemeinsame Entwicklung über tausende von Jahren verdeutlicht, wie natürlich das Zusammenleben von Menschen und Tieren ist, oder zumindest über lange Zeit war. 

Haustiere 

Doch zeigen Untersuchungen über den Einfluss von Haustieren auf die Gesundheit, gemischte Ergebnisse (Haverkos, Hurley, McCune, & McCardle, 2011). Es gibt Studien mit positiven Ergebnissen, die ein geringeres Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten (Anderson, Reid, & Jennings, 1992) und höhere Überlebensraten nach einem Schlaganfall für Haustierbesitzer berichteten (Friedmann, Katcher, Lynch, & Thomas, 1980). Untersuchungen über den Einfluss von Haustieren auf die Gesundheit unterliegen jedoch häufig methodischen Schwierigkeiten. So ist die Wirkrichtung schwer zu beurteilen, weil es auch möglich ist, dass gesündere Menschen schlicht eher dazu neigen, sich Haustiere zuzulegen als weniger Gesunde. Längsschnittstudien wie die von Headey und Grabka (2007) sind eine Möglichkeit, sich dieser Problematik zu nähern. Sie fanden heraus, dass Personen, welche seit mindestens fünf Jahren ein Haustier besassen, am seltensten ihren Arzt aufsuchten. Ihre Untersuchung, mit Stichproben aus Deutschland und Australien, konnte die Frage nach der Ursache aber auch nicht abschliessend klären.  

Siegel (2011) äusserte ein grundlegendes Problem solcher Studien: Aus praktischen und ethischen Gründen können nur Personen untersucht werden, die sich selbst dazu entschlossen haben sich ein Haustier zuzulegen. Eine zufällige Zuordnung von Personen auf die Versuchsbedingungen solcher Studien wäre nicht zumutbar. Niemand kann zur Haltung eines Haustieres gezwungen werden, allein schon wegen der Verantwortung dem Tier gegenüber. Eine seltene Ausnahme bietet die Studie von Allen, Shykoff und Izzo (2001). Sie teilten Personen mit Bluthochdruck zufällig in eine Experimentalbedingung oder eine Kontrollgruppe ein. Die Personen in der Experimentalgruppe legten sich zusätzlich zur medikamentösen Behandlung, welche auch die Kontrollgruppe erhielt, einen Hund oder eine Katze zu. Sechs Monate später zeigten all jene Probanden|innen mit Haustier signifikant geringere Stressreaktionen. In einer Ruhebedingung konnte dieser Effekt konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Trotz der Zufallszuteilung auf die beiden Gruppen, ist zu kritisieren, dass sich gewiss nur jene für die Studie eingeschrieben haben, die von vornherein gewillt waren, sich ein Haustier zuzulegen. So könnten auch hier die Ergebnisse verzerrt sein.  

Neben der Kritik an den Studien, welche einen positiven Effekt von Haustieren auf die Gesundheit fanden, gibt es auch Studien, die keinen oder sogar einen negativen Einfluss entdeckten (Siegel, 2011). So untersuchten Parker und Kollegen (2010) Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei zeigten Haustierhalter – insbesondere solche mit Katzen – eine höhere Sterblichkeit und ein höheres Risiko für eine erneute Hospitalisierung.  

Für Siegel (2011) geht es deshalb nicht darum, ob Haustiere unsere Gesundheit fördern, sondern unter welchen Bedingungen sie das tun. Beispielsweise konnte gezeigt werden, dass der Zusammenhang von Einsamkeit und selbstberichteter Gesundheit bei älteren Frauen mit Haustieren vollständig über die Bindung zum Haustier als Bewältigungsstrategie erklärt werden kann (Krause-Parello, 2008). Eine andere Studie legt nahe, dass Haustiere nur bei Alleinlebenden einen Unterschied ausmachen (Goldmeier, 1986). Auch bei Personen mit AIDS war der positive Einfluss von Haustieren auf Depressivität bei denjenigen am höchsten, die weniger soziale Unterstützung berichteten (Siegel, Angulo, Detels, Wesch, & Mullen, 1999). 

Jetzt wird geschoren 

Nimer und Lundahl (2007) kommen bei tiergestützten Therapien zum gleichen Schluss und sind der Meinung, dass es unbedingt mehr Forschung brauche, die untersucht, unter welchen Bedingungen diese hilfreich sind. Zudem äussern sie die Beobachtung, dass es viele Anekdoten und Fallstudien gibt, aber noch mehr Studien von hoher Qualität benötigt werden, um kritische Entscheidungsträger zu gewinnen, die noch nicht von dem Konzept überzeugt sind.  

Doch auch hier hemmt die Schwierigkeit randomisierte Studien durchzuführen die objektive Untersuchung auf diesem Gebiet. Zudem äusserte Gee (2011) die Kritik, dass Personen, die zu Interaktionen zwischen Mensch und Tier forschen, auf positive Ergebnisse hoffen, was die Ergebnisse weiter beeinflussen könnte. Der Glaube der beteiligten Therapeuten|innen an die Wirksamkeit lässt sich ebenfalls nicht kontrollieren und wären diese nicht überzeugt davon, würden sie nicht mit Tieren arbeiten. Diese methodischen Schwierigkeiten sollten jedoch kein Hindernis sein, Tiere in die klinische Tätigkeit zu integrieren. So war vor dem Einsatz von Blindenhunden deren Wirksamkeit wissenschaftlich auch nicht untersucht, trotz ihrer offensichtlichen Nützlichkeit (Gee, 2011). 

…um Wolle für die Zukunft zu haben 

An der UPK in Basel gebe es seit den 60er Jahren Tiere, erklärt Verena Winkler. Bereits vor 20 Jahren seien die Nutz- und Kleintiere therapeutisch in die Arbeit mit Patienteninnen einbezogen worden. In den letzten Jahren sei das tiergestützte Angebot ausgebaut und intensiver therapeutisch gestaltet worden. Durch die Vielfalt der verschiedenen Tierarten, können Wünsche der Patienten|innen bei der Auswahl eines Tieres berücksichtigt und positive Erfahrungen leichter ermöglicht werden. Dennoch gelte auch hier, dass die Kontaktaufnahme durch das Tier positiv bestätigt werden müsse. Ein Tier bleibe ein Tier und sie seien dafür verantwortlich auf das Wohl der Tiere zu achten, berichtet Winkler und ergänzt: Die Tiere werden in einem therapeutischen Kontext eingesetzt, um ein Ziel beim Menschen zu erreichen. Es gehe dabei nicht um das Tier, sondern in erster Linie um den Menschen. Tiere können keine Krankheit heilen, jedoch eine Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlbefindens herbeiführen. Im November letzten Jahres wurde ein zusätzliches Gebäude erstellt, das Tierhaus für Therapien, das dem Team von Verena Winkler ermöglicht, nebst den Gruppentherapien vermehrt auch Einzeltherapien anzubieten.   

Auch Roberto Tavaretti von der PUK ist überzeugt vom tiergestützten Angebot: «Wir hatten noch nie negative Reaktionen.» Es gebe nur positive Aspekte und koste fast nichts. Die Frage, ob es Pläne für die Erweiterung des Angebots gibt, verneint er jedoch. Man wolle die Entwicklung nicht zentral steuern oder drängen. Es sei wichtiger, Möglichkeiten für Projekte zu bieten und diese zu unterstützen, wenn sie durch die Initiative einzelner Personen zustande kommen. Die Motivation müsse von den Betroffenen kommen, da es mit einer zusätzlichen Belastung und mit Aufwand verbunden sei. Tavaretti gesteht, dass das Angebot nicht allen Patienten|innen nütze. Doch spürt man seine Begeisterung, wenn er anschliessend die Anekdote einer Frau berichtet, die ihre Mutter an die PUK begleitete und sagte: «Mami, da bisch guet ufghobe, da hets en Hund.» So gibt es Menschen, die Hunde mögen und solche die Katzen mögen. Ich muss wohl ein Schwarznasenschaf-Mensch sein.  

Definitionen der IAHAIO  

Animal-Assisted Intervention (AAI): Eine zielgerichtete und strukturierte Einflussnahme, bei der Tiere zum Einsatz kommen, um therapeutische Fortschritte bei Menschen zu erzielen. AAI schliesst AAT, AAA und AAE ein.  

Animal-Assisted Therapy (AAT): Eine zielgerichtete, geplante und strukturierte therapeutische Intervention von Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen, der Pädagogik oder der sozialen Arbeit. Das physische, kognitive, sozio-emotionale und allgemeine Funktionsniveau soll dadurch gesteigert werden. 

Animal-Assisted Education (AAE): Eine zielgerichtete, geplante und strukturierte Intervention von professionellen Pädagogen. Akademische Ziele, prosoziale Fähigkeiten und das kognitive Funktionsniveau stehen dabei im Fokus.  

Animal-Assisted Acitvity (AAA): Geplante und zielorientierte informelle Interaktionen und Besuche zu motivationalen oder erzieherischen Zwecken sowie zur Entspannung. Die Zielsetzung kann z.B. auf dem Spenden von Trost und Unterstützung liegen. 


Zum Weiterlesen

Fine, A. H. (2015). Handbook on Animal-Assisted Therapy (4th ed.). Amsterdam: Academic Press. 

«Wir hatten noch nie negative Reaktionen.» Roberto Tavaretti 

«Mami, da bisch guet ufghobe, da hets en Hund.» 

Literatur 

Allderidge, P. H. (1991). Sketches from the history of psychiatry: A cat, surpassing in beauty, and other therapeutic animals. Psychiatric Bulletin, 15, 759-762. 

Allen, K., Shykoff, B. E., & Izzo, J. J. (2001). Pet ownership, but not ace inhibitor therapy, blunts home blood pressure responses to mental stress. Hypertension, 38(4), 815-820. 

Alves, A. G. C., Ribeiro, M. N., Arandas, J. K. G., & Alves, R. R. N. (2018). In R. R. N. Alves & U. P. Albuquerque (Eds.), Ethnozoology: Animals in our Lives (pp. 151-165). London: Academic Press.  

Anderson, W. P., Reid, C. M., & Jennings, G. L. (1992). Pet ownership and risk factors for cardiovascular disease. The Medical Journal Of Australia, 157(5), 298-301. 

Fine, A. H. (2011). Unterstanding the AAT Rx: Applications of AAI in Clinical Practice. In C. Blazina, G. Boyraz, & C. Shen-Miller (Eds.), The Psychology of the Human-Animal Bond: A Resource for Clinicians and Researchers (pp.125-136). New York, NY: Springer. 

Fine, A.H. & Mackintosh, T.K. (2016). Animal-Assisted Interventions: Entering a Crossroads of Explaining an Instinctive Bond under the Scrutiny of Scientific Inquiry. In H. Friedman (Eds.), Encyclopedia of Mental Health (2nd ed., pp. 68-73). San Diego: Elsevier.  

Fine, A. H., Tedeschi, P., & Elvolve (2015). Forward Thinking: The Evolving Field of Human-Animal Interactions. In A. H. Fine (Eds.), Handbook on Animal-Assisted Therapy (4th ed., pp. 21-35). Amsterdam: Academic Press. 

Friedmann, E., Katcher, A. H., Lynch, J. J., & Thomas, S. A. (1980). Animal companions and one-year survival of patients after discharge from a coronary care unit. Public Health Reports (Washington, D.C.: 1974), 95(4), 307-312. 

Goldmeier, J. (1986). Pets or people: Another research note. The Gerontologist, 26(2), 203-206. doi:10.1093/geront/26.2.203 

Gee, N. R. (2011). Animals in the Classroom. In P. McCardle, S. McCune, J. A. Griffin, L. Esposito, & L. S. Freund (Eds.), Animals in Our Lives: Human-Animal Interaction in Family, Community, & Therapeutic Settings (pp. 117-141).  Baltimore: Brookes. 

Haverkos, L., Hurley, K. J., McCune, S., & McCardle, P. (2011). Public Health Implications of Pets. In P. McCardle, S. McCune, J. A. Griffin, L. Esposito, & L. S. Freund (Eds.), Animals in Our Lives: Human-Animal Interaction in Family, Community, & Therapeutic Settings (pp. 55-82). Baltimore: Brookes. 

Headey, B. & Grabka, M. M. (2007). Pets and Human Health in Germany and Australia: National Longitudinal Results. Social Indicators Research, 80(2), 297-311.  

Krause-Parello, C. A. (2008). The mediating effect of pet attachment support between loneliness and general health in older females living in the community. Journal Of Community Health Nursing, 25(1), 1-14. doi:10.1080/07370010701836286 

Levinson, B. M. (1969). Pet-oriented child psychotherapy. Springfield, IL: Charles C Thomas.  

McCardle, P., McCune, S., Netting, F. E., Berger, A., & Maholmes, V. (2011). Therapeutic Human-Animal Interaction. In P. McCardle, S. McCune, J. A. Griffin, L. Esposito, & L. S. Freund (Eds.), Animals in Our Lives: Human-Animal Interaction in Family, Community, & Therapeutic Settings (pp. 107-115). Baltimore: Brookes. 

Serpell, J. A. (2015). Animal-Assisted Interventions in Historical Perspective. In A. H. Fine (Eds.), Handbook on Animal-Assisted Therapy (4th ed., pp. 21-35). Amsterdam: Academic Press. 

Siegel, J. M. (2011). Pet Ownership and Health. In C. Blazina, G. Boyraz, & C. Shen-Miller (Eds.), The Psychology of the Human-Animal Bond: A Resource for Clinicians and Researchers (pp.125-136). New York, NY: Springer. 

Siegel, J. M., Angulo, F. J., Detels, R., Wesch, J., & Mullen, A. (1999). AIDS diagnosis and depression in the Multicenter AIDS Cohort Study: The ameliorating impact of pet ownership. AIDS Care, 11(2), 157-170. doi:10.1080/09540129948054 

Zeder, M. (2012). THE DOMESTICATION OF ANIMALS. Journal of Anthropological Research, 68(2), 161-190. Retrieved from http://www.jstor.org/stable/23264664 

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